Alimenteninkasso und Bevorschussung

Wenn es mit dem Auszahlen von Alimenten oder Kinderzulagen nicht reibungslos klappt, helfen wir Ihnen beim Einfordern der Beiträge. Sollte die unterhaltspflichtige Person ihrer Zahlungspflicht nicht nachkommen, können Sie ein Gesuch für Bevorschussung bei uns einreichen.
 

041 725 26 20

Hilfe bei ausstehenden Alimenten

Unterhaltsberechtigte Personen, die ihre Alimente nicht, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig erhalten, haben Anspruch auf Inkassohilfe. Wir führen Gespräche mit den Beteiligten und beraten und informieren sie unparteilich über ihre Rechte, finanziellen Ansprüche und Pflichten. Wir treffen Zahlungsvereinbarungen und fordern nötigenfalls mithilfe rechtlicher Massnahmen Unterhaltsbeiträge ein. Sollte eine unterhaltspflichtige Person die gerichtlich oder vertraglich geregelten Alimente unvollständig oder unregelmässig bezahlen, hat die unterhaltsberechtigte Person unter gewissen Voraussetzungen Anspruch auf Vorschusszahlungen durch die zuständige Einwohner- oder Bürgergemeinde.

Unterhaltsberechtigt können sowohl verheiratete, geschiedene oder getrennt lebende Erwachsene als auch Kinder, Jugendliche und Volljährige mit Unterhaltsanspruch sein.

Info-Theke

Wenn Sie Inkassohilfe beantragen möchten, laden Sie das Formular Antrag auf Inkasso herunter. Füllen Sie es aus, unterschreiben Sie es und schicken Sie es zusammen mit folgenden Unterlagen an uns:

 

  • Personalien der unterhaltsberechtigten Personen
  • Personalien, Wohnadresse und weitere Angaben zur unterhaltspflichtigen Person
  • Richterlicher Entscheid mit Rechtskraftbescheinigung oder ein Unterhaltsvertrag, den die Kindes- und
    Erwachsenenschutzbehörde genehmigt hat
  • Auflistung über rückständige Unterhaltsbeiträge

Möchten Sie Alimentenbevorschussung beantragen, laden Sie das Formular Antrag auf Bevorschussung herunter. Schicken Sie das ausgefüllte und unterschriebene Formular an uns und legen Sie folgende Unterlagen bei:

 

  • Personalien der unterhaltsberechtigten Personen
  • Personalien, Wohnadresse und weitere Angaben zur unterhaltspflichtigen Person
  • Richterlicher Entscheid mit Rechtskraftbescheinigung oder ein Unterhaltsvertrag, den die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde genehmigt hat
  • Letzte Steuerveranlagung und Steuererklärung
  • Lohnausweise
  • Auflistung über rückständige Unterhaltsbeiträge
  • Aktueller Vermögensnachweis
  • Ausbildungsbestätigung der Kinder

Inkassohilfe und Bevorschussung sind Personen vorbehalten, die ihren zivilrechtlichen Wohnsitz im Kanton Zug haben. Wir benötigen wahrheitsgetreue Angaben über die persönlichen Verhältnisse der unterhaltsberechtigten und der unterhaltspflichtigen Person. Sollten sich deren Verhältnisse wesentlich ändern – beispielsweise in Bezug auf Einkommen, Vermögen, Wohnsitz, Zivilstand, Aufenthaltsstatus oder Rechtstitel –, ist uns dies umgehend mitzuteilen.

Bei der Bevorschussung ausstehender Unterhaltsbeiträge müssen folgende Einkommens- und Vermögensgrenzen berücksichtigt werden:

  • Beim alleinstehenden Elternteil dürfen das Reinvermögen und das steuerbare Jahreseinkommen die Grenze von je CHF 50'990.- nicht überschreiten.
  • Beim wiederverheirateten Elternteil dürfen das Reinvermögen und das steuerbare Jahreseinkommen die Grenze von je CHF 61'170.- nicht überschreiten.

Diese Ansätze sind seit 2019 gültig.

Ob eine unterhaltsberechtigte Person Alimentenbevorschussung erhält oder nicht, entscheidet die zuständige Gemeinde. Alimente werden nur bevorschusst, wenn ein Inkassoauftrag vorliegt. Bewilligte Fälle werden in der Regel alle zwei Jahre überprüft. Bevorschusste Alimente werden von Gesetzes wegen an die zuständige Gemeinde abgetreten. Die unterhaltspflichtige Person ist dadurch nicht von ihrer Zahlschuld befreit.

Personen, die ein Gesuch um Alimentenbevorschussung gestellt haben, müssen rechtmässig bevorschusste Alimente nicht zurückerstatten – mit zwei Ausnahmen:

  • Die unterhaltsberechtigte Person beerbt die unterhaltspflichtige Person.
  • Die unterhaltsberechtigte Person erhält rückwirkend Sozialversicherungsleistungen, die die massgebende Einkommensgrenze überschreiten.

Leistet die unterhaltspflichtige Person gegenüber dem berechtigten Elternteil direkte Zahlungen, ist uns das unverzüglich zu melden. Sollte eine unterhaltsberechtigte Person selber Alimente oder Rückstände entgegennehmen oder eintreiben, ohne uns darüber zu informieren, stellen wir die Inkassohilfe und die Bevorschussung ein.

Bevorschusst werden laufende Unterhaltsbeiträge. Rückstände, die mehr als zwei Monate vor Einreichen des Gesuchs zurückliegen, werden nicht bevorschusst. Die Vorschüsse werden monatlich durch die zuständige Gemeinde ausbezahlt.

Die folgende Übersicht zeigt das Bevorschussungsmaximum pro Monat. Die Ansätze sind seit 2019 gültig.

 

Für Kinder

Für das erste und das zweite Kind        CHF   1279.-
Für das dritte und das vierte Kind      CHF     855.-
Für das fünfte und jedes weitere Kind  CHF     429.-

 

Für den alleinerziehenden Elternteil           

Für Erwachsene mit Kindern <18 JahrenCHF   1708.-

Eingegangene Zahlungen der unterhaltspflichtigen Person verwenden wir, um folgende Aufwendungen zu decken:

  • Verfahrenskosten (Betreibungskosten)
  • Tilgung ausgerichteter Vorschüsse
  • Tilgung rückständiger Unterhaltsbeiträge (Forderungen der unterhaltsberechtigten Person)

Die Unterhaltsbeiträge werden der Teuerung angepasst. Massgebend ist die Indexformel im Unterhaltsvertrag oder im Gerichtsentscheid.

Bezieht die unterhaltspflichtige Person Kinder- und Ausbildungszulagen, muss sie diese an den anspruchsberechtigten Elternteil, der vorwiegend mit dem Kind zusammenlebt, weiterleiten. Die Ansätze für die Kinder- und Ausbildungszulagen sind kantonal geregelt. Die zuständigen Gemeinden bevorschussen keine Kinder- und Ausbildungszulagen.

Unsere Dienstleistungen werden von den Gemeinden finanziert. Im Falle von Inkassohilfe gehen die anfallenden Verfahrenskosten für rechtliche Massnahmen sowie die Kosten für Übersetzungen zu Lasten der gesuchstellenden Person.

Vor der Terminvereinbarung muss uns in der Regel zuerst ein Gesuch vorliegen, damit wir die Unterlagen prüfen und einen allfälligen Anspruch berechnen können. Termine können Sie telefonisch unter 041 725 26 20 oder per E-Mail vereinbaren. Sollten Sie einen Termin nicht wahrnehmen können, teilen Sie uns das bitte rechtzeitig mit.

Nützliche Informationen

Kantonales Recht

  • Bereinigte Gesetzessammlung Kanton Zug BGS
  • Gesetz über Inkassohilfe und Bevorschussung und Unterhaltsbeiträgen 
    vom 29.4.1993, Nr. 213.711
  • Verordnung zu diesem Gesetz vom 17.8.1993 und Zusatz vom 29.9.2000, Nr. 213.712 und 213.712(1)
  • Verordnung 19 über Anpassungen an die Lohn- und Preisentwicklung bei der 
    Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen vom 16.12.2014

 

Bundesrecht

  • Schweizerisches Zivilgesetzbuch ZGB
  • Schweizerisches Obligationenrecht OR
  • Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs SchKG
  • Schweizerisches Strafgesetzbuch StGB

Kontakt

Alimenteninkasso und Bevorschussung
eff-zett das fachzentrum
Untermüli 7
6300 Zug

041 725 26 20
alimente@eff-zett.ch

Öffnungszeiten

Wir sind von Montag bis Freitag für Sie da.

Montag bis Mittwoch08:30 - 12:00 Uhr13:30 - 17:00 Uhr
Donnerstag08:30 - 17:00 Uhr
Freitag08:30 - 12:00 Uhr13:30 - 16:00 Uhr

Wir sind für Sie da!

gih
Heidi Giger
Abteilungsleiterin Alimenteninkasso und Bevorschussung