Sexualität - Gut zu wissen

Die Sexualität von Frauen und Männern verändert sich im Laufe des Lebens immer wieder. In der Verliebtheit spielt Sexualität eine zentrale Rolle. Später, wenn Menschen beruflich sehr gefordert sind oder kleine Kinder die Eltern beanspruchen, rückt sie vielleicht etwas in den Hintergrund. Sexuelle Wünsche und Vorlieben eines Menschen können sich aber auch einfach so verändern. Für eine erfüllte Sexualität ist es wichtig, dass wir uns immer wieder den wandelnden Bedürfnissen anpassen.

 

Sexuelle Identität

Zur sexuellen Identität gehören das biologische Geschlecht, die Geschlechtsidentität (sich als Frau oder Mann fühlen) und die Geschlechterrolle (weilbliche und männliche Verhaltensmuster).

 

Sexuelle Orientierung

Sexuelle Orientierung ist die emotionale und sexuelle Anziehungskraft zu Personen des eigenen Geschlechts (Homosexualität), des anderen Geschlechts (Heterosexualität) und beider Geschlechter (Bisexualität). Die sexuelle Orientierung ist keine Gesinnung, sondern eine Veranlagung. Sie kann sich im Laufe des Lebens ändern. Jede Person muss für sich selbst herausfinden, zu welchem Geschlecht sie sich hingezogen fühlt. Dies ist nicht immer einfach, weil Homo-und Bisexualität in einer überwiegend heterosexuellen Gesellschaft immer noch stigmatisiert wird. Das erklärt unter anderem, warum manche Menschen in ihrer ersten Lebenshälfte vielleicht als Heterosexuelle leben und vielleicht erst in einer späteren Lebensphase zu ihrer eigentlichen sexuellen Identität finden.

 

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Weibliche Geschlechtsorgane

Zu den weiblichen Geschlechtsorganen gehören die Brüste, äussere und innere Schamlippen, Scheide (Vagina), Klitoris und die Gebärmutter mit Eierstöcken und Eileitern.

 

Die Klitoris, der Form und Grösse einer Perle gleich, befinden sich in einer Hautfalte, an der obersten Spitze der beiden parallel verlaufenden inneren Schamlippen. Häufig wird sie als ein kleines Organ abgebildet. Tatsache aber ist, dass die Klitoris ein Schwellkörper ist mit zwei ca. 8 bis 10 cm langen Schenkeln, entlang der inneren Schamlippen, welche - für uns unsichtbar - bis zu den Beckenknochen reichen und von vielen Nervenfasern umgeben sind.

 

Eine Reizung der Klitoris bewirkt, dass die Schwellkörper grösser werden, die Vagina sich weitet und die Drüsenfunktion in der Vagina angeregt wird.

 

Die Vagina, oder auch Scheide genannt, ist in ihrem Inneren relativ wenig empfindlich für Berührungen. Die Reibung des Penis verschafft nur in wenigen Fällen einen sexuellen Höhepunkt. Für den Orgasmus der Frau spielt die Klitoris die zentrale Rolle und ihre Stimulierung führt bei den allermeisten Frauen zum Orgasmus.

 

Männliche Geschlechtsorgane

Zu den männlichen Geschlechtsorganen zählen der Penis, die Hoden und die Samenleiter.

 

Der Penis besteht vor allem aus drei Schwellkörpern in die bei Stimulation Blut fliesst, was den Penis vergrössert. Die Steife behält er, weil im gleichen Moment der Blutabfluss vermindert wird. Der sensibelste Teil des Penis ist die Eichel.

 

Die Lustgefühle und die Lustfähigkeit des Mannes hängen nicht von der Grösse des Penis ab, sondern von der Art und Weise, wie der Penis stimuliert wird. Im Übrigen ist die Grösse des Penis für Frauen von geringerer Bedeutung, als Männer gerne annehmen.

 

Die meisten Männer fürchten sich vor Erektionsschwierigkeiten. Druck, Überforderung, Ängste etc. können zu Störungen der sensiblen Mechanismen führen. Erektionsstörungen treten nicht erst bei Männern über 40 auf und brauchen auch nicht gleich zu irritieren. Manchmal bestehen jedoch organische Ursachen, die sich durch einen Urologen abklären lassen.

 

Erogene Körperzonen

Einige Bereiche des Körpers reagieren besonders sensibel auf Berührungen und führen zu sexueller Erregtheit. Diese Körperstellen werden erogene Zonen genannt. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich und einzigartig auf Berührungen z. B. an der Brust, auf der Innenseite der Oberschenkel, am Hals, Nacken, Mund, an den Lippen oder Ohrläppchen.

 

Selbstbefriedigung

Die Selbstbefriedigung dient der Selbsterforschung und eigenen Lust. Beim genussvollen Ausleben der Sexualität mit sich selbst ist auch Neues möglich und Menschen verschaffen sich Lustgefühle, die sie häufig nur mit sich selbst erleben. Mädchen/Frauen und Jungs/Männer lernen die Reaktionen ihres Körpers kennen, ohne dabei auf einen Partner/eine Partnerin angewiesen zu sein oder auf ihn oder sie Rücksicht nehmen zu müssen.

 

Jungen und Männer umfassen den Penisschaft und reiben am Penis oder drücken bzw. berühren die Eichel. Die Berührung anderer erogener Zonen kann die Lust noch steigern (siehe erogene Zonen).

 

Bei Mädchen/Frauen ist es ganz ähnlich. Sie berühren, drücken oder reiben die Klitoris und die Schamlippen. Berührungen an anderen Stellen am Körper können ebenfalls erregende Gefühle wecken und Lust bereiten (siehe erogene Zonen).

 

Häufig glauben Frauen und Männer, es sei eine Art Betrug, wenn sie sich in der Partnerschaft selber befriedigen. Dabei hat das eine mit dem andern wenig zu tun. Die Lust mit sich selbst ist etwas Anderes als die Lust mit dem Partner/der Partnerin.

 

Orgasmus

Der Höhepunkt der sexuellen und emotionalen Erregung wird Orgasmus genannt. Die steigende Erregung führt zu einer stärkeren Durchblutung der Geschlechtsorgane, zu einem erhöhten Puls und Blutdruck sowie zu einer beschleunigten Atmung. Die Muskeln im Beckenbereich ziehen sich rythmisch zusammen. Zugleich baut sich auch eine emotionale Spannung auf, die auf dem Höhepunkt zu einer Gefühlsentladung führt. (Schreien, Lachen, Weinen etc.)

 

Beim Mann erfolgt während dem Orgasmus meistens auch der Samenerguss.

 

Nach einer langen Erregungsphase wird der Orgasmus oft besonders intensiv erlebt.

 

Pornographie

Pornographie versucht mit Texten, Bildern oder Filmen, die die Geschlechtsteile fokussieren oder Menschen beim Sex zeigen, sexuelle Stimulation zu erzeugen. Das Spektrum reicht von anregenden Bildern bis zu menschenverachtenden Darstellungen.

 

Der Konsum «weicher» Pornographie kann als überwiegend unproblematische Form der sexuellen Bedürfnisbefriedigung betrachtet werden. Trotzdem kann sie auch unrealistische Vorstellungen fördern, denn Pornographie zeigt nicht, was die meisten Menschen in der Realität sexuell miteinander machen oder machen wollen, sondern verzerrt die Wirklichkeit auf plakative Weise und festigt ein ungleiches Machtverständnis zwischen Mann und Frau.

 

Es ist verboten, Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren «weiche» Pornographie zugänglich zu machen.

Der Konsum «harter» Pornographie beinhaltet die Darstellung von sexuellen Handlungen mit Kindern, Tieren, menschlichen Ausscheidungen oder Gewalttätigkeiten und ist strafbar.