Fragen und Gespräche für Mädchen und Jungen unter:
| Telefon: | 041 725 26 40 |
| E-Mail: | ssb@eff-zett.ch |
Sexualität prägt den Alltag - im Internet, in der Werbung, im Kino. Doch mit wem kann ich über die Veränderungen des Körpers und über die eigene Sexualität sprechen? In unserer Beratungsstelle ist das möglich. Hier kannst du mit einer Fachfrau oder einem Fachmann über Erfahrungen, Verunsicherungen und Ängste rund um Liebe, Beziehung und Sex sprechen. Die Beratung findet im Gespräch oder per E-Mail ssb@eff-zett.ch statt und ist kostenlos.
Einige Bereiche des Körpers regagieren besonders sensibel auf Berührungen. Diese Stellen werden erogene Zonen genannt. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich und einzigartig auf Berührungen. Bei vielen Mädchen und Frauen ist die Klitoris das berührungsempfindlichste Organ.
Die Klitoris stellt für Mädchen und Frauen eine grosse Quelle der Lust dar. In Form und Grösse einer Perle gleich, befindet sich die Klitoris in einer Hautfalte, an der obersten Spitze der beiden inneren Schamlippen. Häufig wird sie als ein kleines Organ abgebildet. Das ist aber falsch. Die Klitoris ist ein Schwellkörper mit zwei ca. 8 bis 10 cm langen Schenkeln, entlang der inneren Scheidenlippen, welche - für uns unsichtbar - bis zu den Beckenknochen reichen und von vielen Nervenfasern umgeben sind.
Für den Orgasmus von Mädchen und Frauen spielt die Reizung der Klitoris fast immer die zentrale Rolle. Die Empfindlichkeit des Organs ist vergleichbar mit derjenigen der Peniseichel und ihre Reizung führt bei den allermeisten Mädchen zum Orgasmus.
Die Vagina, oder auch Scheide genannt, ist ein ca. 10 cm langes Muskelgebilde, das in erregtem Zustand eine Flüssigkeit absondert und so schmerzfreie Reibung des Penis ermöglicht. Im hinteren Teil ist die Scheide relativ wenig empfindlich für Berührungen. Die vielen Nervenfasern rund um das erste Drittel der Vagina ermöglichen eine Erregungssteigerung durch Reibung. Zu einem Orgasmus kommt es indes meist erst bei gleichzeitiger Reizung der Klitoris.
Der Penis (=Glied) stellt für Jungen und Männer eine grosse Quelle der Lust dar. Dabei ist die Eichel die lustempfindlichste Stelle am Penis.
Der Penis besteht aus zwei grossen Schwellkörpern, deren Hohlräume durch Muskelfasern zusammengepresst werden. Wird der Penis gereizt, entspannt sich diese Muskulatur und das Blut kann in die Schwellkörper einfliessen. Dieser Vorgang trägt zur Vergrösserung des Penis bei. Gleichzeitig kann das Blut nicht mehr gut zurückfliessen und die Steife des Penis (Erektion) bleibt erhalten.
Die Grösse des Penis sagt nichts über die Lustfähigkeit oder Potenz des Mannes aus. Zudem ist sie für Frauen von geringerer Bedeutung, als Männer gerne annehmen. Viel wichtiger für die Lusterzeugung sind allgemeines Wissen über Sexualität, Einfühlsamkeit und die Fähigkeit mit dem Gegenüber offen über Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen.
Die Brust stellt für die meisten Mädchen und Jungen eine erogene Zone dar. Vor allem die Brustknospe und der Warzenhof bestehen aus einem dichten Nervennetz, weshalb diese Zone sehr empfindlich ist. Bei sexueller Erregung wird das Gewebe vermehrt durchblutet, was zur Folge haben kann, dass sich die Brustwarze aufrichtet. Die Sensibilität der Brüste ist individuell verschieden ausgeprägt.
Weitere erogene Zonen sind z.B. das Innere der Oberschenkel, Hals, Nacken, Mund, Lippen, Ohren oder andere bevorzugte Bereiche des Körpers.
Noch Fragen? Antworten in unserer Beratungsstelle oder per E-Mail.
Die Selbstbefriedigung dient der Selbsterforschung und eigenen Lust. Jungen und Männer greifen zu und reiben am Penisschaft oder drücken bzw. berühren die Eichel. Selten reizen sie sich gleichzeitig an anderen Stellen des Körpers, ausser sie probieren es aus und machen damit angenehme Erfahrungen. Bei Mädchen ist es ganz ähnlich. Sie berühren, drücken oder reiben die Klitoris und die Geschlechtslippen. Die meisten Mädchen wissen, dass Berührungen an anderen Stellen am Körper (Brustwarze, Mund, Nacken, Füsse) ebenfalls erregende Gefühle wecken und Lust bereiten können.
Bei der Selbstbefriedigung lernen Mädchen und Jungen die Reaktionen ihres Körpers kennen und können sich Lustgefühle verschaffen, die sie häufig nur mit sich selbst erleben.
Wenn Mädchen und Jungen in einer Beziehung sind, glauben sie häufig, dass sie sich nicht mehr selber befriedigen dürfen. Das ist schade, denn das eine hat mit dem andern wenig zu tun. Oder findest Du, dass mann/frau dann mit sich selbst fremd geht?
Mehr dazu in unserer Beratungsstelle oder per E-Mail.
Wenn ich als Mädchen andere Mädchen attraktiv finde, bin ich dann lesbisch? Wenn mir Jungs ebenfalls gefallen, bin ich dann bi? Wie finde ich heraus, was ich nun bin? Wie fühlt ein schwuler Junge? Muss ich auf etwas aufpassen? Soll ich es den Eltern sagen? Oder meinen Kollegen und Kolleginnen? Antworten auf diese Fragen haben mit der sexuellen Orientierung zu tun und gehen Mädchen und Jungen in der Pubertät durch den Kopf.
Die sexuelle Identität beinhaltet noch zusätzliche Fragen: z.B. fühl ich mich als Frau, als Mann? Bin ich damit zufrieden? Möchte ich etwas anders haben? Wenn ja, was? Was könnte ich denn machen?
Möchtest du Antworten darauf oder etwas Anderes fragen? Ruf in unserer Beratungsstelle an oder melde dich per E-Mail.
Verlieben. Stürmische Gefühle. Freude, Niedergeschlagenheit. Angst. Sagt sie/er ja? Oder nein? Willst du Klarheit, so kommst du um die Frage bzw. die Antwort nicht herum. Aber auch in der Hoffnung schwelgen kann schön sein.
Beziehung. Das ersehnte Zusammensein geniessen. Sich genauer kennen lernen und sehen, dass sie oder er auch anders ist. Streit, Versöhnung, Langeweile? Wie lange sollte oder darf die erste, zweite ... Beziehung dauern? Was mache ich, wenn sie oder er sich in einen/eine Andere/n verguckt? Eifersucht, Verzweiflung, Erleichterung, Trauer, neues Glück?
Schon wieder die Mens. Wechselnde Stimmung und all die «Nebensächlichkeiten», an die Mädchen und Frauen denken müssen (Tampon, Binden, Sport, Sex, ...). Alle 26, 28, 31, 37 ... Tage.
Der Zyklus (Zeitraum vom ersten Tag der Mens bis zum letzten Tag vor der nächsten Mens) ist bei Mädchen und Frauen unterschiedlich lang. Manche haben einen immer gleich langen Zyklus, bei anderen ist er unregelmässig. Die Zykluslänge sagt aber nichts darüber aus, ob ein Mädchen, eine Frau, fruchtbar ist.
Nach dem Eisprung dauert es 13/14 Tage bis die Mens einsetzt. Dieser Zeitraum ist nicht veränderbar - veränderbar ist dagegen die Zeit von der Mens bis zum Eisprung. Sie hängt von äusseren Einflüssen (Krankheit, grosse Reisen, Stress...) ab. Dadurch ist es sehr schwierig, den Zeitpunkt des Eisprungs vorauszusagen. Das wiederum ist wichtig, da mit Hilfe des Eisprungs die fruchtbaren Tage berechnet werden können. In der Beratungsstelle erklären wir dir gerne, wie das mit dem Zyklus so geht.
Das Wichtigste zuerst: Nur mit dem Kondom kann bei korrekter Anwendung eine Schwangerschaft und die Übertragung von Infektionen verhindert werden. Alle anderen Verhütungsmittel verhindern einzig die Schwangerschaft und sind mehr oder weniger zuverlässig.
Bei den hormonellen Methoden gibt es eine Reihe von zuverlässigen Produkten. Sie haben aber auch Nebenwirkungen.
Es gibt auch sogenannte natürliche Verhütungsmethoden, die viel Wissen um Körper und Zyklus verlangen. Unter anderem ist ein regelmässiger Zyklus Voraussetzung für eine natürliche Verhütung. Das ist jedoch eher selten bei Jugendlichen, weshalb diese Verhütungsmethode für Jugendliche nicht geeignet oder sicher genug ist.
Rechnen, um eine Schwangerschaft zu verhüten, ist unsicher, da der Zyklus veränderbar ist. Häufig wird dabei aber nicht beachtet, dass Samenzellen bis zu 7 Tage im Körper der Frau lebensfähig sind: Ein Mädchen, das einige Tage vor dem Eisprung mit einem Jungen geschlafen hat, kann schwanger werden!
Sollte es mal zu einer Verhütungspanne kommen und du hast Angst vor einer möglichen Schwangerschaft, kannst du dir in einer Apotheke "die Pille danach" (NorLevo Uno) ohne Rezept kaufen (ab 16 Jahren). So früh wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr einnehmen, spätestens jedoch nach 72 Stunden.
Mehr erfährst du unter Verhütungsmethoden oder in unserer Beratungsstelle.
Es gibt viele «erste Male», so beim Verlieben, beim Küssen, beim Kuscheln, bei der Selbstbefriedigung etc. Trotzdem wird die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt speziell im Zusammenhang mit dem ersten Geschlechtsverkehr gestellt. Ist es der/die richtige Partner/in? Muss ich es schön finden? Wenn du dich mit jemandem wohl fühlst, du dazu Lust hast und diese Person dich nicht zu etwas drängt, das du nicht möchtest, sind schon gute Voraussetzungen für den richtigen Zeitpunkt erfüllt.
Viele junge Menschen haben sehr hohe Erwartungen an das erste Mal. Je höher diese Erwartungen sind, desto grösser dann die Enttäuschung, wenn das erste Mal nicht der Vorstellung entsprochen hat. Bei der Sexualität können viele „Pannen“ (Penis wird beim Überstülpen des Kondoms wieder schlapp, die Frau verkrampft sich, weil sie unsicher ist, ob die Verhütung wirklich sicher ist, etc.) passieren. Vielen Menschen gefällt das zweite, dritte, vierte Mal besser als das erste Mal. Eigentlich ist das nur logisch, denn in der Sexualität lernt man und frau lebenslang dazu. Du lernst dich, deinen Körper und deine Bedürfnisse immer besser kennen.
Bei allen sexuellen Kontakten ist es wichtig, dass sich beide Gedanken zur Verhütung (Schwangerschaft und Übertragung von Infektionen) machen und diese auch umsetzen!
Mehr bei einer Fachfrau oder einem Fachmann in unserer Beratungsstelle
Eine neue Liebe, Sehnsucht, Freude, Lust - doch an die Verhütung hatten wir nicht gedacht, zu spontan war der Entscheid, als dass ein Gespräch über Verhütung noch hätte stattfinden können. Oder ich habe mich einfach nicht getraut, wird schon nichts passieren... Was nun?
Zuerst: Das passiert nicht nur Jugendlichen, sondern Erwachsenen ebenfalls!
Pille danach, Spirale danach: Auf unserer Seite zu den Verhütungsmethoden findest du bei den letzten fünf Links weitere Informationen. Gerne beraten wir dich und deinen Partner/deine Partnerin auch persönlich (Beratungsstelle).
Ein paar Tage später, die Mens setzt aus, der Schwangerschaftstest ist positiv. Wie weiter? Im Link zu ungewollte Schwangerschaft erfährst du mehr und am meisten in der Beratung (z.B. zusammen mit deinem Partner/deiner Partnerin).